Kommentar Monika Langthaler

Eine Straße da, ein Einkaufszentrum dort – jeden Tag verschwinden in Österreich Äcker und Wiesen, weil auf ihnen Straßen asphaltiert oder Wohn-, Industrie- und Gewerbegebiete gebaut werden. Das Problem der sogenannten Versiegelung ist nicht zu unterschätzen – vor allem in Hinblick auf unsere Lebensmittelversorgung, aber auch wegen des Klimaschutzes. Denn geht eine landwirtschaftliche Produktionsfläche unter Beton und Asphalt für immer verloren, dann hat das nicht nur Auswirkungen auf unsere Lebensmittelproduktion. Unser Boden ist auch für die Aufnahme und Filterung von Wasser, die Speicherung von Kohlenstoff sowie die Filterung von Schadstoffen aus der Luft wichtig.

Laut Umweltbundesamt gehen pro Tag hierzulande durchschnittlich rund 22 Hektar landwirtschaftliche Fläche durch Verbauung verloren – das sind immerhin 28 Fußballfelder. Innerhalb eines Jahres kommt der Flächenfraß sogar auf die Größe der Stadt Salzburg. Die jährliche Flächeninanspruchnahme in Österreich ist damit auch im EU-Vergleich überdurchschnittlich hoch.
Die Ursachen dafür sind im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel, aber auch in der Raumplanungspraxis zu suchen. Denn während großzügig Boden versiegelt wird, wächst gleichzeitig der Bestand an brachliegenden Industrie- und Gewerbeflächen, der rund ein Drittel des jährlichen Flächenbedarfs abdecken könnte. Dieses Missverhältnis zeigt, dass eine vernünftige und nachhaltige Ausrichtung der Flächenwidmung dringend notwendig ist.

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