Kommentar Ulrike Böker

Vitale Städte und Dörfer sind Teil unserer kulturellen Identität. Sie garantieren Vielfalt und Lebensqualität und sind die Basis für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung, zumal sie für Nutzungsdurchmischung und somit für kurze Wege stehen. Durch die Verödung unserer Zentren, insbesondere der Erdgeschoßzonen, geht ein wesentliches Element unseres Lebensraums verloren. Gleichzeitig werden Wohnsiedlungen, Handelseinrichtungen und Gewerbeparks aber auch zunehmend mehr öffentliche Einrichtungen außerhalb der Ortskerne von der Raumordnungspolitik ermöglicht und mit Steuermitteln gefördert. Es ist höchste Zeit, die Abwanderung all jener Funktionen, die auch in den Innenbereichen Platz finden können, an die Siedlungsränder oder auf die grüne Wiese zu stoppen – sowohl mit raumplanerischen Instrumenten als auch mit finanziellen Lenkungsmaßnahmen. So könnten etwa die Wohnbaufördermittel bevorzugt in Kerngebieten und vor allem für Nachverdichtung, Umbau und Sanierung eingesetzt werden. Ergänzend bräuchte es rechtliche Erleichterungen für neue Entwicklungen in den Zentren, etwa gesonderte Vorgaben zur Stellplatzverpflichtung für den innerstädtischen Einzelhandel.

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